• Michael

Namibia SELF DRIVE TOUR Tag 13 - Unfall in Etosha

Aktualisiert: 10. Juli 2018



An diesem Morgen fuhren wir gemütliche, kleine Schottersträßchen in Richtung der offenen Salzebene. (Hier gehts zum Vortag) Den nächsten Campingplatz für die Nacht wollten wir wieder gegen Spätnachmittag erreichen. Es war leicht bedeckt und von daher nicht so unerträglich heiß – sehr angenehm! Mir war die Luft, die jetzt zum Autofenster hereinflatterte, ohnehin viel lieber als die Klimaanlage unseres Fahrzeugs. Einige Kilometer später erblickten wir zu unserem Erstaunen einen Wagen, der sich scheinbar mehrfach überschlagen hatte und zwei Meter unterhalb der Straße lag. Da es unklar war, wann sich das Unglück ereignet hatte, sah ich mich gezwungen nachzusehen, ob noch irgendeine Person im Fahrzeug eingeklemmt war. Da es jedoch generell nicht ganz ungefährlich ist auszusteigen, sprach ich mich kurz mit Marion ab, die hupen sollte, falls sich ein größeres Raubtier annähern würde. Der Überblick über die Grasebene war an dieser Stelle sehr gut, und so war es auch kein größeres Problem zum Fahrzeug zu gelangen.

So fanden wir am frühen Morgen das verunglückte Fahrzeug vor.


Im Fahrzeug befand sich zum Glück keine Person mehr, dafür aber jede Menge Unrat, zerbrochenes Glas und verschmiertes Blut. Keine schöne Vorstellung wenn so etwas vielleicht am späten Abend passiert, und man dann erstmal mit den Löwen alleine da draußen bleiben muss, bis jemand anhält und hilft… Wenige Kilometer weiter begegneten wir zwei Geparden, die in Richtung Salzpfanne unterwegs waren. Diese Aufnahmen waren für mich von besonderer Bedeutung, da sie die Tiere innerhalb ihrer charakteristischen Umgebung zeigten. Gerade der stille, homogene Hintergrund war für mich das Reizvolle daran. Fotos von Geparden mit Buschwerk im Hintergrund sieht man ja in der Regel zuhauf.

Zwei Geparden bewegen sich langsam in Richtung "Pfanne"


Später hielten wir noch nahe einer Herde Streifengnus und Zebras an. Und weil Marion so müde war, hielt sie ein kleines Nickerchen. So hatte ich ein wenig Zeit und schaute auf die Ebene hinaus. Man konnte gut beobachten, wie agil diese Streifengnus in Wirklichkeit sind. Sie jagten sich gegenseitig die Ebene rauf und runter, und einmal preschten zwei direkt auf unseren Standort zu. Mir gelangen mit meinem Fensterstativ einige gute Aufnahmen, auch wenn solch ein Stativ immer ein Kompromiss ist.

Streifengnu mit Kalb. Die weiblichen Tiere sind wesentlich leichter als die Bullen.


Nach dieser Pause und einem kleinen Video für meinen YouTube Kanal, kamen plötzlich zwei Elefantenbullen näher, die ich zuvor gar nicht bemerkt hatte. Scheinbar befand sich im höheren Gras ein kleiner Teich, denn sie waren ziemlich nass. Sie prusteten genüsslich vor sich hin und nahmen jetzt auch noch ein schönes Staubbad.

Plötzlich tauchen zwei Elefantenbullen aus dem hohen Gras auf.


Wir konnten einige Zeit an ihnen dran bleiben, bis sie sich zu weit von der Straße entfernten.


Am Nachmittag kamen wir am Fort Namutoni, unserem Campsite für diese Nacht, an.

Leider ist dieses alte, deutsche Fort in letzten Zeit immer mehr heruntergekommen, wenn man genau hinsieht. Früher konnte man wohl hier oben noch auf der Mauer herumlaufen, aber in diesem Jahr war es wegen den baufälligen Holzlatten am Boden gesperrt. Immerhin war aber die Türe zum Turm geöffnet, und man konnte über die Treppe ganz nach oben gelangen. Wieder zurück auf dem Campsite wurden wir stürmisch von einer großen Gruppe Zebramangusten begrüßt. Emsig wuselte sie zu unseren Füßen herum in der Hoffnung, dass irgendetwas Essbares für sie herunter fallen würde. Dieses kleine Raubtier hat ein ausgeprägtes Sozialverhalten.




Es lebt immer in der Gruppe, die in der Regel aus 10-20 Tieren besteht. Sie kümmern sich zusammen um die Aufzucht der Jungtiere oder pflegen sich gegenseitig das Fell. Die Rangordnung wird hin und wieder durch kleinere Streitigkeiten geregelt. Besonders niedlich fanden wir, wie sie sich zum Schlafen immer aneinander kuschelten.


Altes deutsches Fort

Wir waren froh, dass man wenigstens noch auf den Turm hinauf konnte.

Unser Campsite in der Nähe des Forts

Eine der Zebramangusten. Es sind sehr soziale Tiere.


In diesem kurzen Clip sieht und hört man die Zebramanguste ganz gut.


Auch an diesem Tag nutzten wir das Abendlicht für eine weitere Pirschfahrt. Wir sahen noch sehr viele Gabelracken, Giraffen und einige scheue Kudu-Antilopen.

Abends grillten wir noch etwas, und während ich das Dachzelt aufbaute, machte Marion noch schnell als Beilage einen Kartoffelbrei aus der Tüte. Lustigerweise passierte ihr aber ein kleines Missgeschick: Statt wie immer unser Trinkwasser in Flaschen zu verwenden, nahm sie - in Gedanken versunken - das stark gechlorte Wasser aus der Leitung zum Kochen, was zur Folge hatte, dass der Kartoffelbrei so stark nach Schwimmbad schmeckte, dass er kaum genießbar war. Bei aller Liebe konnte man davon nicht mehr als die Hälfte hinunterzwingen, dann war Schluss. Nicht mal eine einzige Zebramanguste ließ sich noch hier blicken, sicher hatten sie von unserem Missgeschick Wind bekommen, und die listige Bande bettelte sich gerade woanders durch. Am Wasserloch war außer Millionen von Stechmücken dann nichts mehr los, und so kletterten wir schon zeitig in unser Zelt. ML

(Hier gehts weiter...)

Junge Gabelracke

Ausgewachsene Gabelracke


Afrikanische Rohrweihe im Sitzen....

......und im Abflug.

Eine Weissflügeltrappe schleicht durchs Gras


Weissbürzel-Singhabicht hält Ausschau


Ein Falkenbussard kämpft mit dem Gleichgewicht



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