• Michael

Namibia SELF DRIVE TOUR Tag 15 - Von Security erwischt

Aktualisiert: 10. Sept 2018


Am Morgen bekamen wir wieder Besuch von einem kleinen Dikdik. (Hier gehts zum Vortag)

Diese entzückenden Tiere schien es also auch hier zu geben. Die ‚Frisur‘ des etwa kniehohen Geschöpfes war doch einfach zu komisch, und ich ließ mich wieder zu einigen Aufnahmen hinreißen.

Heute wollten wir es mal etwas gemütlicher angehen lassen, und so fuhren wir zur drei Kilometer entfernten Lodge, deren Gelände wir mit nutzen durften. Wir „tankten“ zuerst WLAN an der Rezeption, dann etwas Sonne an dem hauseigenen Pool. Anschließend fotografierte ich Pelikane, die ziemlich schläfrig am gegenüberliegenden Ufer saßen. Sowohl Flamingos als auch Nilpferde gab es hier, denn die Lodge lag innerhalb einer größeren Seenlandschaft. Weil das Nilpferd ja zu den gefährlichsten Tieren in Afrika gehört, durfte man die Lodge nur mit dem Wagen verlassen - zu Fuß gehen war streng verboten.






Das gepflegte "Innere" der Lodge-Anlage


Müde Pelikane am gegenüberliegenden Ufer


Ein Nimmersatt ist auch dabei


Eine Gruppe Flamingos sucht in einem kleinen Teich nach etwas Essbarem


Da wir bisher in Namibia etwas „Löwen Mangel“ hatten, überredete mich Marion zu einer Löwenfütterung zur späten Stunde. Für 170 Namibia Dollar pro Person (ca. 10 Euro) ging es also um 21:00 Uhr mit einigen anderen Lodge Gästen und einem seltsam aussehenden Geländefahrzeug hinaus in die Dunkelheit.

Da es zu dieser Stunde schon recht kalt war und die Fahrzeuge offen, wurden vorher Ponchos aus Wolle verteilt, was ziemlich lustig aussah. Etwa fünf Kilometer später saßen wir dann alle wie die Hühner auf der Stange in einer Art Bunker und beobachteten drei Löwenmännchen dabei, wie sie sich große Giraffenbeine schmecken ließen. Damit sie diese nicht davon schleifen konnten, waren sie angekettet. Natürlich die Giraffenbeine, nicht die Löwen.

Auf dem kühlen Rückweg zu unserem Stellplatz klärte ich Marion darüber auf, dass mein Slider noch auf der gegenüberliegenden Seite vom See stehen würde, und ich diesen noch abbauen müsste, da die Timelapse mittlerweile beendet war. Ich konnte dabei im Stockdunkeln durchaus ihre Hilfe brauchen und sie erklärte sich etwas mürrisch dazu bereit. Es war immerhin schon 22:30 Uhr, und sie hatte wenig Lust, um diese Uhrzeit noch einmal um den See zu laufen und dabei eventuell noch einem Leoparden eine gute Nacht zu wünschen, oder die Paviangruppe bei ihrem verdienten Schlaf zu stören.

Drei wilde, männliche Löwen, ließen sich durch die Giraffenbeine anlocken


Schließlich sah man die Hand vor Augen nicht, da mittlerweile die mondlosen Nächte begonnen hatten. Natürlich wollten wir aber auch nicht die Kamera samt Slider die ganze Nacht dort draußen lassen, und so zogen wir mit zwei Taschenlampen bewaffnet los um den See herum, stets den Blick am Boden, damit wir nicht versehentlich eine schlafende Schlange überraschen, die uns das vermutlich krumm genommen hätte.

Eine kleine Wasserschildkröte, die sich tagsüber gerne aus dem See wagt. Auf Bewegung reagieren sie äußerst scheu und springen blitzschnell ins Wasser


Erleichtert stellte ich fest, dass die Gleitschiene noch an Ort und Stelle stand, und ich baute alles eilig ab. Sehr wohl war es selbst mir nicht da draußen im Dunkeln. Wir machten uns wieder auf den Rückweg, als wir plötzlich in der Ferne eine weitere Taschenlampe bemerkten, die sich eilig schaukelnd direkt auf uns zu bewegte. Von den sechs Stellplätzen waren nur drei belegt, unsere Nachbarn kannten wir nicht da sie weit auseinander lagen. Außerdem war es unwahrscheinlich, dass sich einer von ihnen nachts um diese Uhrzeit so eilig auf Fremde zu bewegen würde, wer also war dieses ‚Irrlicht‘ und was wollte es von uns?


In diesem Video gebe ich Tipps war für das Camping in Afrika dringend mit in den Koffer muss


War es Freund oder Feind, der hier heraneilte? Ein Mann kam jetzt näher auf uns zu, und wir grüßten ihn von weitem. Schnell stellte sich heraus, dass es jemand von der Security war, dem es sehr verdächtig vorkam, um Mitternacht zwei Taschenlampen am See zu bemerken. Mir wurde klar, dass ich tatsächlich wie ein Wilderer aussehen musste, mit meinem langen Gegenstand über der Schulter. Schnell erklärte ich dem Wachmann, was ich da draußen genau gemacht hatte, und er zeigte sich ebenfalls erleichtert. Das war auch kein Wunder, sehr häufig ‚fackeln‘ Kriminelle in diesem Land nicht lange und eröffnen das Feuer, wenn sie eine Sicherheitskraft vor sich haben. Bisher war es uns gar nicht bekannt gewesen, dass hier überhaupt ein menschliches Wesen Acht gab, so entfernt von der Lodge - und der Campsite war aktuell ja fast leer.

Wenn der Mond nicht scheint dann gelingen Sternenaufnahmen am besten


Wir waren jedenfalls beeindruckt, dass der Mann trotz der späten Stunde so gut aufgepasst hat. Wir fühlten uns gleich viel sicherer, und deshalb schliefen wir diesmal besonders gut ein. Am Morgen sollte es ja schon wieder sehr früh losgehen, denn wir waren mit einem Ranger verabredet, der uns zu den Wildtieren bringen wollte. Es war hier leider nicht gestattet, so etwas auf eigene Faust und eigenem Fahrzeug zu tun und deshalb war es umso erfreulicher, dass eine solche Aktion dennoch ermöglicht werden konnte. ML

(Hier geht´s weiter...)

Der See bei Nacht

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