• Michael

Namibia SELF DRIVE TOUR Tag 4 - Namib Wüste und Seebären

Wir machten uns früh auf, denn wir wollten im nördlichen Bereich der Namib Wüste auf Spurensuche gehen - vielleicht begegnet uns heute ein Wüstenchamäleon oder ein anderes Wüstentier? (Hier geht´s zum Tag zuvor)

Vorbereitet waren wir jedenfalls mit zwei Kameras und anderem Ballast ;-) Und tatsächlich, wir konnten kleine Schlangen, den Wüstenskorpion – der ja zu den giftigsten 20 Tierarten der Welt gehört, sowie Geckos, Eidechsen und mein persönliches Highlight - das Wüstenchamäleon filmen!

Südafrikanischer Dickschwanzskorpion


Zwergpuffotter in der Namib-Wüste


Namib-Wüstenchamäleon


Das Besondere an diesem Tier ist ja, dass es überhaupt an diesem unwirtlichen Ort überleben kann, denn die anderen seiner Art leben allesamt in den Tropen.

In der Früh, wenn es noch kalt ist, färbt sich seine sonnenzugewandte Seite dunkelbraun, damit es sich schnell aufheizt und beweglich wird. Außerdem sind die Augen interessant zu beobachten. Es gehört zu den wenigen (einzigen?) Tieren, die ihre Augen unabhängig voneinander in beliebige Richtungen drehen können.



Die Stimmung in der Wüste ist wunderbar und mir gelangen einige schöne Aufnahmen, bei denen mich Marion kräftig unterstützte.


Anschließend machten wir uns mit unserem Allrad auf, in Richtung ‚Pelican Point‘, um dort die Südafrikanischen Seebären (eine Ohrenrobben Art) zu filmen. Ich wollte dies auf keinen Fall an dem überfüllten ‚Cape Cross‘ tun, alleine schon deshalb, weil tagelang die Kleidung samt Equipment danach ziemlich streng riechen würde. Somit hatte ich schon vorher genau auf der Karte studiert, wie man dort am besten mit dem Auto hinkommt.

Ein Einheimischer bestätigte uns, dass dies möglich ist, und wir sollten nur außreichend die Luft aus den Reifen lassen, da die Strecke aus teils sehr tiefem Sand besteht. Uns fehlte zwar ein Kompressor, um sie danach wieder aufzupumpen, doch es sollte kein Problem sein, wenn ich danach vorsichtig zur nächsten Tankstelle fahre, um dort den Luftdruck wieder herzustellen.

Als wir den Fuß der Halbinsel erreichten musste ich erst einmal kräftig schlucken als ich sah, WIE TIEF der Sand dort tatsächlich war. Die Spuren vom Vorgänger waren fast schon wieder zugeweht. Wir nahmen beherzt Schwung und fuhren mit ca. 30 km/h die Strecke entlang. Mit eingeschaltetem Allrad, die Untersetzung hatte ich auch sicherheitshalber dazu geschaltet – ganz nach dem Motto: „Viel hilft viel…“ So kamen wir gut voran und kamen ohne weitere Zwischenfälle, und nach einer gefühlten Ewigkeit am Leuchtturm an.

Der Leuchtturm von Pelican Point steht isoliert an der Spitze der Halbinsel


Aber die Robben waren noch viel weiter nördlich und so überfuhr ich wagemutig einen Holzzaun, der schon metertief vom Sand zugeweht war, wie man gerade noch sehen konnte. Durfte man hier überhaupt noch fahren? Oder war es zu gefährlich, da wir steckenbleiben könnten?

In diesem Video sieht man einen kleinen Ausschnitt der abenteuerlichen Fahrt


Schilder gab es keine, und wir waren weit und breit alleine. Das Meer rollte in riesigen Wellen ans Ufer und der Wind toste. Egal, jetzt nur nicht anhalten und schön im Schwung bleiben, im schlimmsten Falle müssten wir dann eben Hilfe holen, falls eigenes Ausgraben ohne Erfolg wäre. Als wir in der Nähe der Robben ankamen, stellten wir unseren Wagen ab und machten uns zu Fuß an die Tiere heran. Wir mussten vorsichtig sein, denn die Robben sind durchaus scheu und flüchten in das Wasser, wenn man zu forsch herankommt. Marion schleppte sich mit dem großen Richtmikrofon und dem Windschutz ab, ich mit dem Filmstativ samt Kamera.

Der südafrikanische Seebär hat kleine Ohren und gehört deshalb zu den Ohrenrobbenarten


Der Wind blies heftig und peitschte uns den feinen Sand um die Ohren. Dass dies Kameras und Objektiven nicht wenig zusetzt, musste ich jetzt eben in Kauf nehmen. Es war ja nicht das erste Mal. Immer wieder gingen wir in die Hocke und pirschten uns bis auf zwanzig Meter heran. Die Tiere waren gut zu hören und - zu riechen. Am Ende war ich mit der Ausbeute sehr zufrieden, und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Der Anblick der heranrollenden Wellen auf der Westseite der Halbinsel im Abendlicht sah wunderschön aus, aber wir hatten noch einen langen Rückweg vor uns, und ich verzichtete darauf, ein weiteres Mal das Stativ auszupacken. Eigentlich sehr schade. Wir fuhren an den Salzplantagen und vielen Flamingos vorbei und kamen nach einem Tankstopp zufrieden zum Campsite zurück.

Flamingos in ihrer natürlichen Umgebung

Walvis Bay im Hintergrund



Einer der beiden Hunde, die hier wohnten, rollte sich am Fuße unserer Dachzelt-Leiter zusammen und so schliefen wir nach einem üblichen Feuerchen wohlbehütet ein. ML

(Hier geht´s weiter...)



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