• Michael

Rote Augen beim Blitzen - wie wir es vermeiden können!


Während erfahrene Fotografen mit diesem Phänomen nahezu nichts mehr zu tun haben, tritt es jedoch häufig bei unerfahrenen Fotografen oder Amateuren auf. Aber es gibt nicht nur rote Augen: Ebenso häufig treten anders farbige Augenreflexionen auf, zum Beispiel bei Tieren, die die Fähigkeit besitzen, besonders gut in der Nacht sehen zu können. Hier leuchten die Augen meist gelb oder türkis auf - und weniger rot. Was hier farbig aufleuchtet ist unsere Netzhaut, die beim Menschen in der Regel gut durchblutet ist. Bei nachtsehenden Tieren ist diese anders beschaffen, daher funkelt sie in anderen Farben.

Schnappschuss bei Nacht - mit kleinen "Knipsen" erhalten wir schnell den unschönen Effekt


Aber wie vermeiden wir diesen unschönen Effekt im Bild? Das gelingt am besten, wenn wir verstanden haben warum wir die Netzhaut zum Leuchten bringen. Die farbigen Augen entstehen dann, wenn sich unsere Leuchtquelle (meistens der Blitz) zu nah an der Objektiv Achse befindet. Gerade kleine, kompakte Kameras sind mit diesem Problem behaftet, denn ihr Blitz fährt entweder nicht weit genug aus, oder er befindet sich -fest eingebaut- in Nähe des Objektivs. Somit leuchtet er der Person oder dem Tier, die/das wir fotografieren, direkt ins Auge, und die Netzhaut spiegelt das Licht perfekt zurück.

Kleine Kameras leuchten meist unserem Model exakt ins Auge und die Netzhaut reflektiert das Licht zurück...


Um rote Augen zu vermeiden, haben sich nun die Kamerahersteller etwas ausgedacht. Man kann im Menü der Kamera den „Rote-Augen-Blitz-Modus“ aktivieren. Diesen gab es bereits in der analogen Fotografie.

Ist dieser Modus aktiviert, sendet der Blitz zuerst einen Vorblitz, bevor kurz danach der eigentliche Hauptblitz kommt und das Foto angefertigt wird. Durch den Vorblitz geblendet, schließt sich unsere Pupille und die Öffnung, die vorher die rote Netzhaut sichtbar gemacht hat, wird verkleinert. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sie zum einen nicht hundertprozentig funktioniert, da meistens doch ein kleiner roter Punkt übrig bleibt. Zum anderen ist es in der Portraitfotografie eher nicht gewünscht kleine Pupillen abzulichten, da sie das Portrait eher ‚unsympathisch‘ wirken lassen.


Wer es also professionell angehen möchte, der kommt nicht drum herum, seinen Blitz so weit wie nötig aus der Objektiv Achse zu entfernen. Die einfachste und schnellste Möglichkeit bietet hier ein sogenannter Systemblitz* (Werbung). Er ist bereits so hoch, dass keine roten Augen mehr auftreten, da er durch seinen steilen Winkel zum Auge nicht mehr auf die Netzhaut leuchtet.

Ein Systemblitz ist hoch genug um nicht mehr direkt ins Auge zu leuchten



Systemblitze gibt es in mehreren Ausführungen* (Werbung) und Preisklassen. In meinem Video dazu lernt ihr diese Thematik etwas genauer kennen:



Professionelle Fotografen blitzen jedoch meistens ohnehin ‚entfesselt‘. Das bedeutet, sie verteilen die Blitze technisch sinnvoll im Raum und lösen diese mit einem Funksender aus. Hier gibt es keine Gefahr mehr, dass einer der Blitze direkt in die Augen leuchtet.


Übrigens: Falls ihr bemerkt, dass eine Person keine roten Augenreflexionen hat sondern z.B. weiße, dann empfehle ich, umgehend einen Augenarzt aufzusuchen. In solchen Fällen kann es sich nämlich um einen Augentumor oder um den Grauen Star handeln. Gerade bei Kleinkindern kann man dann meistens noch rechtzeitig handeln. ML


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