• Michael

Sony A7 III – ein echter Tipp??

Aktualisiert: 2. Apr 2018

Die "Einsteiger-Kamera" mit Profi Ausstattung!

Die Aufregung war wieder einmal sehr groß - Sony hat schon wieder eine neue Kamera herausgebracht! Erstmal klingt das nicht sonderlich aufregend. Denn Sony hat es sich zur Angewohnheit gemacht, regelmäßig Produktupdates zu produzieren und zwar nicht nur virtuell, sondern auch zum Anfassen.

Das hat den Vorteil, dass der Marktführer für Spiegellose Vollformat-Systemkameras für jeden etwas im Programm hat, und sich jeder mit seinen persönlichen Vorlieben dort wiederfindet. Ebenso reagiert der Konzern damit laufend auf die Kritiken der Fotografen und Videografen und merzt so sichtbar nach und nach viele der Kinderkrankheiten aus, was an dieser Stelle Lobenswert erwähnt werden sollte. Außerdem drückt diese „Schwemme“ an Vollformat Systemkameras den Preis und setzt die Konkurrenz unter Druck. Für die Kunden und Fans ergeben sich durch diese Verkaufspolitik jedoch nicht nur Vorteile.

Denn die erworbene Kamera verliert sehr schnell an Wert, da immer wieder neue Produkte nachrücken und oft fühlen sich die Kunden betrogen und hintergangen, da sie ein vermeintliches Topmodell für viel Geld erwerben und Sony nur wenige Wochen danach ein ähnliches Modell in den Handel bringt, dass sich deutlich im viel günstigeren Preis unterscheidet, jedoch nicht so stark in den Funktionen. So kam zuerst die A9, der sogenannte „Gamechanger“ als absolutes Spitzenmodell für den E-Mount für schmerzhafte 5299.- Euro UVP heraus. Anschließend erschien die A7rIII und alle waren entsetzt, warum diese Top Kamera „nur“ 3499.- Euro kosten sollte. Bereits hier waren viele A9 Käufer nicht mehr so gut auf Sony zu sprechen. Und als wolle Sony seine komplette Kundschaft gegen sich aufbringen nun das: Eine A7III für schlappe 2299.- Euro UVP. Nun waren auch die Käufer der A7rIII aufgebracht, denn auf den ersten Blick leistet die Kamera ungefähr das gleiche, zwar mit weniger Megapixel, dafür aber mit mehr Phasenpunkten im Fokus und einem 6k Video Downsampling.


Zu dieser Thematik habe ich bereits ein Video erstellt:


Doch was erwartet einen, wenn man sich die Kamera zulegen möchte? Ich nehme es schon mal vorweg: Jede Menge. Was mit der A7 als Einsteigermodell begann, hat sich meiner Meinung nach nun in der dritten Generation zu einem Spitzenmodell entwickelt, dass ganz nebenbei noch einen sehr attraktiven Preis besitzt.

Wem 42 MP zu viel sind und 12 MP zu wenig, der erhält mit der A7III ein Top Modell mit lichtstarken 24 MP dem es an nahezu nichts mangelt.

Aber ganz von vorne.

Im Grunde hat die A7III das Gehäuse von ihren großen Geschwistern geerbt. Es ist wieder einmal etwas breiter geworden, damit der nun größere Akku und der neue, zweite SD-Karten-Schacht seinen Platz findet. Der OLED Sucher ist der gleiche wie im Spitzenmodell der A7rII und löst mit 2,4 Mio. Bildpunkten auf. Für mich gibt es an dieser Auflösung nichts zu kritisieren, ich finde das Bild im Sucher ist knack-scharf. Das Metall Bajonett wurde verstärkt und besitzt nun 6 Schrauben, anstatt der vorherigen 4.

Das Gehäuse ist gewohnt griffig und liegt in meinen großen Händen nun noch angenehmer, was ich dem etwas größeren Griff verdanke. Auch die neue Anordnung der Knöpfe wurde übernommen, mit dem kleinen Joystick und dem neu platziertem REC Knopf. Auf das zweite Moduswahlrad und den Arretierungsknopf wurde diesmal verzichtet. Traurig bin ich darüber überhaupt nicht. Meine Kamera hat noch nie versehentlich den Modus verstellt, wenn ich sie in den Rucksack gesteckt habe – und selbst wenn – ist doch kein Beinbruch.


Auf der linken Seite befinden sich alle möglichen Schnittstellen. Kopfhörer und Mikrofon Anschluss, HDMI Ausgang, USB 2 und sogar USB 3.1 Typ C, lassen das Fotografen und Videografen Herz höher schlagen. Die Kunststoffabdeckungen der Anschlüsse lassen bei mir ein mulmiges Gefühl zurück. Sie wirken dünn und billig und ich zweifle, dass sie ein langes Kameraleben überstehen. Wer hier sorglos bleiben möchte, der sollte über eine Garantieverlängerung nachdenken.

Hier packe ich die Kamera aus:


Aber es gibt auch einige Drahtlose Schnittstellen die man nicht vergessen sollte. So bietet die Kamera neben WLAN und Bluetooth auch NFC an. Aber auch der Multifunktions-Blitzschuh, ist am Ende eine Schnittstelle.

Der Monitor ist wie gewohnt klappbar, allerdings nur nach oben, was den Einsatz eines Winkelsuchers überflüssig macht. Nach wie vor ist bedauerlich, dass sich der Monitor nicht nach vorne schwenken lässt, was vor Allem für die Leute interessant wäre, die sich selbst filmen und fotografieren möchten. Hervorragend ist nun die Funktion, dass der Monitor leicht ausgeklappt auf Dauerbetrieb schaltet.

Selbst in der anspruchsvollen Aquarium Fotografie zeigt die Kamera kaum Schwächen


In der Vergangenheit war es immer ein großes Ärgernis wenn man dringend auf den Monitor angewiesen war, dieser aber ständig auf Sucher umschaltete, da entweder die Sonne zu hell von hinten auf den Näherungssensor geleuchtet hat oder man die Kamera aus Platz Gründen zu nah am Körper halten musste, was ebenfalls durch den Näherungssensor registriert wurde. Das umständliche Umschalten im Menü ist damit endlich Geschichte.

Apropos Menü: Sony scheint wie bereits bei der A9 und der A7rIII auf ein anderes Betriebssystem gewechselt zu sein, was ein Nutzen der Sony Play Memorie Apps leider beendet. Aber es gibt nicht nur einen Nachteil sondern auch viele Vorteile im Menü. So gefällt das Benutzer eigene „My Menü“, in dem man alle erdenklichen Menüpunkte ganz nach seinem Geschmack sortieren kann. Aber nicht nur hier kann man einen individuellen Schnellzugriff konfigurieren, denn es lassen sich zahlreiche Funktionstasten, selbst die auf den Hauseigenen Objektiven, völlig frei belegen. Überhaupt kann man insgesamt feststellen, dass die neuen Sony A7 Kameras unglaublich viele Möglichkeiten bieten, alles Mögliche ganz nach seinem Geschmack zu programmieren, so wie zum Beispiel auch das „Fn“ Funktionsmenü. Was für die Sony Fans sehr vorbildlich erscheint, klingt vielleicht für den „einfacher gestrickten“ Fotografen zu umfangreich. Eine nette Spielerei ist es auch, dass man seine Bilder mit Sternchen vorab bewerten oder auch schützen kann. Ebenso Klasse ist nun die Wahlmöglichkeit, dass man Serienbilder nun im Stapel anzeigen lassen kann, was das Blättern vereinfacht.


Für diejenigen die es bedauerlich finden, dass Sony zwei unterschiedlich schnelle SD-Karten Fächer verbaut hat, nämlich ein UHS-II und ein UHS-I Fach, gibt es ein kleines Trostpflaster. Denn es gibt die Möglichkeit, den Inhalt der ersten, schnellen SD-Karte, auf die etwas langsamere, zweite SD-Karte zu verschieben. Dies kann man dann erledigen, wenn etwas Zeit dazu ist und wenn man dann weiter fotografiert hat man immer die schnelle SD zur Verfügung. So kann man die teuren, sehr schnellen Karten auf dem 1. Schacht belassen um die etwas langsameren Karten auf Schacht 2 zu nutzen. Klingt doch schon mal nicht schlecht!


Das Fotografieren mit der Kamera ist wahrlich ein Genuss. Der Fokus legt ein flottes Tempo vor, selbst eine kleine Drohne mit 70 km/h, die direkt auf die Kamera zu fliegt, stellt kein größeres Problem dar. Hier gelingt mit dem FE 100-400 GM eine durchaus akzeptable Ausbeute, trotz dieser Extremsituation. Das 70-200mm schlägt sich hierbei nicht ganz so gut. Eventuell könnte dies mit einem Softwareupdate noch nachgebessert werden.


Die Bilder sind nicht nur sehr scharf, sondern der Kamerasensor zeigt dabei gleichzeitig noch ein sehr geringes Rauschen auf. Am Monitor wirken Fotos mit ISO 32.000 noch Akzeptabel, meiner Meinung nach eignen sich Bilder bis ISO 80.000 noch für den Druck. Die Serienbildfunktion legt ein flottes Tempo vor, die 10 Bilder pro Sekunde erreicht die Kamera jedoch leider nur im Modus Hi+ und wenn man hierbei ein Sucher-Blackout akzeptiert. Dafür gibt es die Möglichkeit auf Hi herunter zu schalten, was nun ein Fotografieren mit 8 Bilder/sek. ermöglicht, dafür bleibt dann aber auch das Objekt im Sucher. Hier merkt man schon einen Unterschied zur großen Schwester A9, die hier gleich 20 Bilder/sek. vorlegt und zwar OHNE Sucher-Blackout und höher Auflösendem Sucherbild. Auch der Fokusmodus lässt keine Wünsche offen. Es gibt zahlreiche Auswahlmöglichkeiten und der Fotograf darf selber entscheiden, ob er das Fokusfeld lieber per Touch-Panel oder per Joystick verschiebt. Der Akku hat nun eine angenehme lange Haltbarkeit und ist scheinbar einfach nicht leer zu bekommen.

Ein Bild mit ISO 51.200. Durchaus noch sehenswert.


Besonders die Video Qualität sollte noch hervorgehoben werden. Im Vollformat-Modus liest die Kamera hier ein 6k Bildmaterial aus und wandelt es in ein 4k Bild um. Daher ist das Bild dann besonders detailreich und scharf und Moiré wird reduziert.


In diesem Video sieht man ganz gut den Vergleich:


Gerade bei wenig Licht, werden besonders die Stärken des Sensors deutlich. Denn im Gegensatz zu der A7rII und A7rIII, haben die einzelnen Pixel ja nun mehr Platz auf dem Sensor und können mehr Licht aufnehmen. Als Ergebnis erhält man bis ISO 51.200 herausragend rauscharme Videosequenzen.


Dies kann man besonders gut in diesem Video nachvollziehen:

Fazit: Sony hat definitiv seine Hausaufgaben gemacht und präsentiert hier der Kundschaft eine ausgewogene Kamera mit vielen Profi Funktionen. Das Menü bietet hunderte Einstellmöglichkeiten und jeder Fotograf kann sich seine Tasten und diverse Menüs selbst programmieren. Die Bildqualität, die Schnelligkeit und die Akkulebensdauer ist hervorragend und viele Kinderkrankheiten wurden ausgemerzt. Für dieses Feuerwerk an Funktionalität, setzt Sony einen erstaunlich günstigen Preis an. Wer eine neue Kamera sucht, die nahezu keine Wünsche offen lässt, ist mit der neuen Sony A7III gut beraten. ML

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